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Musik Meyer: Maßanzug von der Stange

Die Musik Meyer-Unternehmensgruppe mit Hauptsitz im hessischen Marburg vertreibt Musikinstrumente von über 50 Marken an den Fachhandel in Mitteleuropa. Darunter finden sich bekannte Marken wie beispielsweise Hohner, Korg oder Marshall. Seit der Ablösung einer Individualsoftware auf Basis der iSeries-Plattform arbeiten 190 Anwender mit der Branchenlösung eNVenta eTrade.

Nachdem eine seit dem Jahr 1984 von der eigenen IT-Abteilung im Unternehmen programmierte Individualsoftware-Lösung auf Basis der Vorläufer der iSeries von IBM an ihre Grenzen gekommen war, entschied sich die Musik Meyer-Unternehmensgruppe, auf eine Standardsoftware zu setzen. Bei einer Recherche zum Softwareangebot für den Großhandel stieß das ERP-Projektteam auch auf eNVenta ERP von Nissen & Velten. Der Hersteller empfahl das Partnerunternehmen ERP Novum und dessen Lösung eNVenta eTrade. Musik Meyer entschied sich dann auch für diese Kombination. Gründe für die Entscheidung, so berichtet ERP-Projektleiter Sascha Erber, seien der Funktionsumfang des ERP-Systems, die Zukunftsfähigkeit der Software aufgrund ihrer .NET-Technologiebasis sowie die Anpassungsfähigkeit des ERP-Systems gewesen. Er ergänzt dazu: „In unserer Branche und in unserem Unternehmen gibt es immer wieder Veränderungen, die auch Softwareanpassungen notwendig machen. Dass hier mit der eNVenta-Entwicklungsumgebung Framework Studio relativ kurzfristige Reaktionen möglich sind, ist uns wichtig.“ Nicht zuletzt hätten auch die Fachkompetenz und Flexibilität des Dienstleisters ERP Novum überzeugt.


Qualitätskontrolle einer E-Gitarre vor dem Versand zum Musikhaus.


Einmal alles ausgewechselt: Die integrierte ERP-Lösung
Das 25-köpfige ERP-Projektteam umfasste neben dem Projektleiter und einem weiteren Projektmitarbeiter prozessverantwortliche Mitarbeiter aus allen Abteilungen des Unternehmens. Zwei Geschäftsführer des Unternehmens machten die Mitarbeit im ERP-Projektteam zur Chefsache. War ursprünglich noch daran gedacht worden, die Warenwirtschaft von eNVenta ERP durch Schnittstellen an eine bereits genutzte Software für das Rechnungswesen sowie das selbstentwickelte Lagerverwaltungssystem anzubinden, so wurde diese Option aufgrund des hohen Aufwands und der damit verbundenen Nachteile verworfen. Das ERP-Projekt umfasste somit die Einführung des Rechnungswesens und der Warenwirtschaft von eNVenta ERP, des Lagerverwaltungssystems und mehrerer B2B-Webshops auf Basis von eNVenta eTrade sowie unternehmensspezifische Anpassungen und Ergänzungen.

Die Zielmärkte der Musik Meyer-Unternehmensgruppe sind vor allem die Fachhändler in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Benelux-Ländern. Osteuropa gewinnt ebenfalls an Bedeutung. Dominierend in der Organisation der Unternehmensgruppe sind die zum Teil miteinander konkurrierenden Divisionen, welche Marken exklusiv vertreiben und als Profit Center agieren. Dazu kommen zentrale Serviceabteilungen, wie beispielsweise Werkstatt und Logistik, welche ihre Leistungen verrechnen. Der IT-Dienstleister ERP Novum entwickelte hierfür spezifische Funktionalitäten. Dabei sind die Sachbearbeiter und Artikel über Schlüssel den verschiedenen Vertriebsdivisionen zugeordnet, was sich über Filter darstellen lässt. Die Prozesse der Musik Meyer GmbH und der Schweizer Vertriebsschwester Musik Meyer AG sind über das Mandanten-Management von eNVenta ERP abgebildet. Die Performance der einzelnen Profit Center soll mithilfe des Moduls Kostenrechnung ermittelt werden.

Drehscheibe Lager: Qualitätskontrolle mit eingebunden
Auch für das Lagerverwaltungssystem wurden einige unternehmensspezifische Prozesse programmiert. Das beginnt damit, dass ein virtuelles „schwimmendes Lager“ implementiert wurde: Werden Musikinstrumente aus den USA, China oder Japan vor Ort in Überseecontainer verladen, so findet der Eigentumsübergang an Musik Meyer statt und die Artikel müssen im Bestand verbucht werden. Danach sind sie aber bis zu sechs Wochen auf Containerschiffen und LKW unterwegs, bevor die Ware durch das Lagertor in Marburg rollt. Erst dann sind sie tatsächlich verfügbar und können an die Musikhäuser verschickt werden. Zuvor läuft jedoch der Prozess der Qualitätskontrolle an, der eine zentrale Rolle im Unternehmen spielt. Nach der Wareneingangsprüfung werden die Artikel eingelagert. Je nach Instrumentengattung und Zeitraum zwischen Ein- und Auslagerung kann eine weitere Qualitätskontrolle bei der Auslieferung an den Händler notwendig sein. Das alles wird im ERP-System erfasst. Das dynamische Hochregallager wird über das Lagerverwaltungssystem gesteuert. Ein automatisches Kleinteilelagersystem ist ebenfalls angebunden. Mit angepassten LVS-Masken arbeiten auch die Gabelstaplerfahrer, welche über Monitore in ihren Fahrzeugen zu den richtigen Lagerplätzen geleitet werden. Last but not least nutzen die Kommissionierer in der zweiten Stufe des Pickvorgangs Fingerscanner und kleine Windows-Terminals am Unterarm bei der Zusammenstellung der Kundensendungen.


Lager der Musik Meyer-Unternehmensgruppe: Kommissionierung mit eNVenta eTrade, Fingerscannern und Windows-Terminals am Unterarm.

Von ERP Novum entwickelt wurde auch ein Servicemodul, welches die Prozesse der hauseigenen Werkstatt abbildet. Hier werden beispielsweise defekt angekommene Instrumente begutachtet und nach der Reparatur entweder wieder in den Lagerbestand eingebucht, als B-Ware deklariert oder als Retoure an den Hersteller eingestuft. Darüber hinaus werden auch Reparaturen im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung - und darüber hinaus - ausgeführt. Die Reparaturzeiten werden dabei erfasst und gegebenenfalls an die verantwortlichen Profit Center im Unternehmen weiterberechnet. Schließlich wurden mit dem Echtstart des ERP-Systems auch mehrere B2B-Webshops auf der Basis der eTrade-Shop-Lösung live geschaltet.

„Geben und Nehmen“: Ein gutes Team
Über die Zusammenarbeit mit seinem IT-Dienstleister sagt Sascha Erber: „Wir kennen uns inzwischen sehr gut und wissen, was wir aneinander haben. Ich sehe das wie bei einer Fußballmannschaft: Wenn einer einen Fehler macht, müssen die anderen aushelfen. Das ist ein Geben und Nehmen. Wir haben ein gutes Team mit ERP Novum geformt.“ Deshalb war die Zusammenarbeit auch konstruktiv, wenn im dreijährigen Projektverlauf Hürden auftauchten. So fiel beispielsweise im Projekt auf, dass im Standard von eNVenta ERP ein Wechselkurs nur bei der ersten Fakturierung eines Auftrags aktualisiert wird. Aufgrund der langen Lieferzeiträume aus Übersee, kann es bei Musik Meyer aber durchaus passieren, dass ein Einzelhändler drei Monate auf eine Auftragsposition, also etwa ein bestelltes Instrument, wartet. In diesem Zeitraum können die Kurse von Währungen wie US-Dollar, britischem Pfund oder Yen schon mal deutlich schwanken. Das heißt, der aktuelle Wechselkurs für die Berechnung des Preises muss zum Auslieferungszeitpunkt jeder Position eines Auftrags neu gezogen werden. Eine entsprechende Anpassung wurde deshalb programmiert.

Eine völlig unerwartete Herausforderung ergab sich unmittelbar vor dem geplanten Live-Start der ERP-Lösung am 1. Januar 2017. Das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES, welches den Handel mit geschützten Tier- und Pflanzenarten sowie deren Produkten – wie beispielsweise Tropenholz – einschränkt, war ausgeweitet worden. Unter anderem waren mehr als 300 verschiedene Palisanderarten, die im Musikinstrumentenbau gerne verwendet werden, unter Artenschutz gestellt worden. ERP Novum entwickelte kurzfristig eine Lösung mit der Musik Meyer die umfangreichen gesetzlichen Anforderungen, insbesondere Dokumentationspflichten, erfüllen kann. Diese stand dann rechtzeitig zum aktualisierten Live-Start-Termin zur Verfügung.

Echtstart ohne Schmerzen
In den Wochen vor dem Start der neuen Softwarelösung wurden - in Abhängigkeit von der Rolle der jeweiligen Abteilung - unterschiedlich umfangreiche Schulungen mit der neuen Softwarelösung abgehalten. Die Mitarbeiter konnten übungsweise Aufträge und andere Prozesse in der Testumgebung der Software erproben.

Seit dem Echtstart am 1. März 2017, der nahezu reibungslos über die Bühne ging, profitiert Musik Meyer von einer durchgehenden Lösung, bei der die Prozesse in Warenwirtschaft, Service, Lagerverwaltungssystem, mehreren Webshops und dem Rechnungswesen in hohem Maße integriert sind. Gleichzeit kommt dem Unternehmen, welches die sich ändernden Marktbedingungen der Musikinstrumentenbranche antizipieren muss, die Anpassungsfähigkeit des neuen ERP-Systems zugute. Dass im Verlauf der Projektlaufzeit von drei Jahren mehrere Updates von eNVenta ERP ohne Probleme durchliefen, zeigt, dass sich die Software-Architektur des „Maßanzugs von der Stange“, also das Zusammenspiel von Standardsoftware, Branchenlösung und kundenspezifischen Anpassungen, bereits bewährt hat.


Sascha Erber, ERP-Projektleiter bei der Musik Meyer-Unternehmensgruppe, ist sehr zufrieden mit dem reibungslosen Echtstart der neuen Unternehmenssoftware.

[Stand 2017]



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Produkt-Broschüre

Das sagen unsere Kunden:

  • « Es hat die Anwender bei uns erstaunt, dass die IT-Abteilung innerhalb von Minuten Reports ändern und Masken umbauen kann. Mit eNVenta ERP können wir schnell auf Änderungen des Marktes reagieren. Darin sehen wir einen großen Wettbewerbsvorteil. »

    Ralph Eggeling, IT-Leiter, Mädler GmbH, Stuttgart

  • « Die Mitarbeiter von N&V verfügen über ein sehr gutes Verständnis für die Abläufe des Großhandels und sprechen unsere Sprache. »

    Frank Schoberer, Geschäftsführer, Alexander Bürkle GmbH & Co. KG, Freiburg i.Br.

  • « Für eNVenta ERP sprachen die fertige Branchenlösung, die vorhandenen EDE-Schnittstellen und am Ende auch der gute Eindruck, den die Consultingmitarbeiter von Nissen & Velten hinterlassen hatten. »

    André Klein, Geschäftsführer, Arthur Jutger oHG, Remscheid

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